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Retrospektive 2009
Ammann, Gert:
Josef Moroder Lusenberg : Bera Sepl da Jumbierch ; 1846 - 1939

Verlag: San Martin de Tor: Ist. Ladin Micurà de Rü, 2009
Seiten: 112 S. : überwiegend Ill.
ISBN: 978-88-8171-085-0
Signatur: III 278.472

Der Lebensweg von Josef Moroder Lusenberg, als viertes von neun Kindern 1846 auf dem Hof Scurcià oberhalb von St. Ulrich geboren, schien vorgezeichnet. Er lebte mit der innig geliebten Ehefrau und vier Kindern auf seinem von einem Onkel geerbten Lusenbergerhof und hatte – wie viele Grödner – durch seine Bildschnitzerwerkstätte ein zufrieden stellendes Auskommen. Doch dann begegnete Moroder auf der Weltausstellung 1873 in Wien den Bildern Franz von Defreggers, die ihn so sehr begeisterten, dass er beschloss, Maler zu werden. 1876, nach dem Tod der ersten Frau und einer zweiten Heirat, begann er an der Münchner Akademie zu studieren und wurde Schüler und Freund Defreggers. Ganz in dessen Sinne wandte sich Moroder in erster Linie dem Porträt und dem heimatlichen Genrebild zu. Heuernte, Pflügen, Holzarbeit, Jagd, Bildschnitzer, Frauen beim Klöppeln, der blinde Harfenspieler, die Wahrsagerin, der Abschied der Braut... – für den Maler bot das Grödner Volksleben eine unerschöpfliche Motivquelle. Traditionelle Arbeit, Gebräuche und Trachten stellten für ihn jedoch nicht nur pittoreske Sujets dar, er spürte ihnen zugleich wie ein Volkskundler nach, im Bewusstsein, dass vieles davon im Begriff war zu verschwinden. Manches in den Bildern wirkt, ganz nach dem Vorbild Defregger, bühnenmäßig zurechtgerückt und idealisiert. Man spürt die zeittypische Sehnsucht nach einer einfachen heilen Welt fernab der dem Fortschritt verschriebenen Städte. In den Details zeigt sich der Maler aber als getreuer Chronist seines Lebensraumes. (www.kulturinstitut.org)


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