sprachemachtpolitik
Diskurse über Krieg und Frieden

Ein deutsch-italienischer Vergleich
30.03.2026, 18:00
Bozen, Waltherhaus

Krieg ist wieder ein Thema, vor allem seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022. Im öffentlichen Diskurs haben Schlagwörter wie „Waffenlieferung“, „Sicherheit“ oder auch „Zeitenwende“ Hochkonjunktur. Es wird heftig für und wider einzelne Maßnahmen debattiert, und politische Parteien müssen sich ständig moralisch positionieren. Nicht nur für viele Populisten, denen Putin vor dem Krieg als Vorbild galt, war und ist das eine kommunikative Herausforderung.
Die Sprachwissenschaftler Thomas Niehr und Vincenzo Gannuscio haben sich angeschaut, wie das Thema Krieg und Frieden in Deutschland und Italien versprachlicht und öffentlich diskutiert wird. Der Blick auf Wortschatz, Argumentationsmuster oder Textsorten lässt uns besser verstehen, wie demokratische Willensbildung funktioniert. In ihrem Vortrag werden die beiden die Besonderheiten öffentlicher Debatten über Krieg und Frieden in Deutschland und Italien beleuchten und miteinander vergleichen.

Referenten:
Prof. Dr. Thomas Niehr, RWTH Aachen University, Institut für Sprach- und Kommunikationswissenschaft;
Prof. Dr. Vincenzo Gannuscio, Universität von Modena und Reggio Emilia, Dipartimento di Studi Linguistici e Culturali

Zeit: Montag, 30. März 2026, 18 Uhr
Ort: Bozen, Waltherhaus, Sparkassensaal, Schlernstraße 1
Eintritt frei
Der Vortrag richtet sich an alle Interessierten und wird von der Journalistenkammer Trentino-Südtirol als Fortbildung anerkannt.


Thomas Niehr ist Professor für Germanistische Sprachwissenschaft am Institut für Sprach- und Kommunikationswissenschaft der RWTH Aachen University. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählt die Diskurs- und Argumentationsanalyse, insbesondere im Bereich Politik und Sprache. Zu seinen zahlreichen Publikationen zählen u. a. „Einführung in die Politolinguistik“ (Vandenhoek & Ruprecht, 2014), „Volkes Stimme? Zur Sprache des Rechtspopulismus“ (Dudenverlag, 2018), „Einführung in die linguistische Diskursanalyse“ (Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2014), „Der Streit um Migration in Deutschland, Österreich und der Schweiz“ (Winter Verlag, 2004).

Vincenzo Gannuscio ist Professore Associato für deutsche Sprache und Übersetzung am „Dipartimento di Studi Linguistici e Culturali“ der Universität von Modena und Reggio Emilia. In seinen Forschungen befasste er sich u. a. mit dem rechtspopulistischen Sprachgebrauch, etwa im Vergleich zwischen Lega Nord in Italien und AfD in Deutschland, mit Politik und Jugendsprache in Deutschland und mit antisemitischen Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Sprachstelle im Südtiroler Kulturinstitut und der Landesbibliothek Dr. Friedrich Teßmann.